VDL: WO NETZWERKE INNOVATION BRINGEN

von Stefan Waldschmidt, VDL

VDLLab Die Plattform für Lokalverlage – mit klarem Fokus auf KI und Produktinnovation

Wie verändert KI den Lokaljournalismus – konkret im Redaktionsalltag? Antworten darauf liefert das VDLLab, das gemeinsame Format von VDL x Purple.

In den regelmäßig stattfindenden Lab Talks treffen Praxis, Technologie und Erfahrung aufeinander mit einem klaren Ziel: Lokaljournalismus besser machen, effizienter produzieren und neue Erlösmodelle erschließen. Im Zentrum stand zuletzt die Frage: Wo hilft KI wirklich und wo stößt sie an Grenzen?

Session 1: KI 2.0 im Redaktionsalltag Mit Peter Dyllick Brenzinger rückte die erste Session die konkreten Einsatzmöglichkeiten von KI in den Fokus. Seine zentrale These: KI ist nur dann erfolgreich, wenn sie schneller ist als der Mensch und sich nahtlos in bestehende Workflows integriert. Besonders bei strukturierten Aufgaben entfaltet sie ihre Stärke von automatisierter Textgenerierung etwa bei Polizeimeldungen über SEO Optimierung bis hin zu Social Media Varianten. Auch in der Recherche unterstützt KI, etwa beim Auswerten großer Datenmengen oder beim Monitoring des lokalen Geschehens. Gleichzeitig wurde klar: KI ist kein Selbstläufer. Klare Einsatzregeln, transparente Kennzeichnung und redaktionelle Kontrolle bleiben entscheidend. Prompting wird zur Schlüsselkompetenz, kritisches Prüfen zur Pflicht.

Session 2: Vom KI Playbook zum KI Agenten Stefan Prinz zeigte, wie Redaktionen mit Bootcamps und Werkstattformaten systematisch Kompetenzen aufbauen. Ergebnis ist ein KI Playbook, ein Regelwerk für den Alltag. Benjamin Kolb ergänzte dies technologisch mit KI Agenten, die Workflows automatisieren von der Verarbeitung von Pressemitteilungen bis hin zu Reporter Apps. Über Plattformen lassen sich solche Lösungen sogar verlagsübergreifend teilen, ein echter Community Ansatz.

Vom virtuellen Austausch zur Arbeit im Raum Mit dem KI Lab in Hildesheim entwickelte sich das VDLLab weiter: 27 Teilnehmende aus 23 Verlagen arbeiteten zwei Tage lang intensiv an konkreten Anwendungen. Ziel: weg vom Stückwerk, hin zu integrierten Workflows.

Produktinnovation im Fokus: E Paper weitergedacht Ergänzend setzte das Format „44 minutes 4 u“ einen klaren Akzent auf die Weiterentwicklung des E Papers. Benjamin Kolb und Achim Kara zeigten, wie aus klassischen PDFs smarte Digital Editions werden mit Features wie Analytics, Splitscreen und Interstitials 2.0. Das Praxisbeispiel von Reiff Medien verdeutlichte das Potenzial: Innerhalb von weniger als zwei Jahren konnten die E Paper Abos deutlich gesteigert werden. Das Fazit: Die Grenzen des klassischen E Papers sind erreicht, wer jetzt auf Digital Editions und hybride Apps setzt, erschließt neue Reichweiten und Umsatzpotenziale. Ein klarer Fahrplan hilft beim Umstieg.

Das VDLLab als Ort der kollektiven Innovation Das VDLLab lebt vom Austausch. Unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander und entwickeln gemeinsam Lösungen für die Branche. Die zentrale Erkenntnis: KI ersetzt keinen Journalismus, sondern stärkt ihn. Sie übernimmt Routinen, schafft Effizienz und eröffnet Freiräume für das, was Lokaljournalismus ausmacht: Nähe, Relevanz und echte Geschichten aus der Community.

Stefan Waldschmidt

Achim Kara, CEO / CTO bei Reiff Printservice

Foto zu „VDLLab Die Plattform für Lokalverlage – mit klarem Fokus auf KI und Produktinnovation“
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