BEST PRACTICES AUS DEN REGIONEN

von Ramona Deeg, Mühlacker Tagblatt

Seit 25 Jahren wächst eine starke Community

Mit den „Sternenfelser Gesprächen“ ist eine Community gewachsen. Das Veranstaltungsformat des Mühlacker Tagblatt und der Gemeinde Sternenfels bringt Redner und Besucher zusammen.

In der kleinen Gemeinde Sternenfels ist vor mittlerweile über 25 Jahren ein Veranstaltungsformat entstanden, das im Rahmen eines Rednerabends mit anschließendem „Come-Together“ bei Maultauschen, belegten Broten und örtlichen Weinen Entscheider aus der Politik, aus Unternehmen und dem öffentlichen Leben zusammenbringt. Mitveranstaltet werden die „Sternenfelser Gespräche“ von Anfang an vom Mühlacker Tagblatt.

„Das Format zahlt bis heute auf die Marke ,Mühlacker Tagblatt‘ ein“, ist Verleger Hans-Ulrich Wetzel überzeugt. Als er 1999

gemeinsam mit dem damaligen Sternenfelser Bürgermeister Helmut Wagner und seinem Hauptamtsleiter Michael Gutjahr die ersten „Sternenfelser Gespräche“ organisierte, hatten die Schlagwörter „Community Building“ und „Loyality“ bei Weitem noch nicht die Bedeutung, die sie heute haben. Doch die Ansatzpunkte waren die Gleichen: Den Machern ging und geht es darum, ein Format mit Mehrwert zu bieten, das Menschen zusammenbringt.

Dieses Vorhaben hat sich anfangs als durchaus mühselig erwiesen, erinnert sich Wetzel. Doch unterstützt vom ersten Referenten, Dr. Stephan Mohren, nahm das Format nach einer Überarbeitungspause Fahrt auf. Ein besonderer Coup gelang den Machern, als Wendelin Wiedeking mitten in den Verhandlungen zwischen Porsche und VW als Redner zu Gast war. An diesem Abend waren rund 400 Besucherinnen und Besucher in der idyllisch am Fuße von Weinbergen gelegenen Gießbachhalle in Sternenfels-Diefenbach dabei.

Neben hochkarätigen Rednerinnen und Rednern, die allesamt ohne Honorar auftreten, trägt auch die Atmosphäre zum Gelingen bei, ist Wetzel überzeugt. Die Gemeinde stellt mit der Gießbachhalle eine moderne Veranstaltungshalle zur Verfügung, die Landfrauen kümmern sich ums Essen und die Weingärtnergenossenschaft steuert die Getränke bei. Die Besucherinnen und Besucher zahlen keinen Eintritt, werden zur Deckung der Unkosten aber um Spenden gebeten. Das funktioniert.

So ist über die Jahre eine Community gewachsen, die es schätzt, sich in vertrauensvoller und unverkrampfter Atmosphäre über unterschiedliche Themen auszutauschen und im besten Sinne zu netzwerken. Das Gesamtpaket punktet gleichermaßen bei den Rednerinnen und Rednern, zu denen unter anderem auch Thomas Mack (Europapark Rust), Alfred Ritter (Ritter Sport) und Steffi Jones (Fußballerin und WM-Organisatorin) gehörten.

Wetzel macht bei aller Freude über das gut funktionierende Veranstaltungsformat allerdings deutlich: „Um die vielen Korrespondenzen rund um eine Ver-

anstaltung kümmere ich mich oft am Wochenende, weil das zusätzlich zum Tagesgeschäft erfolgen muss.“ Unterstützung erhält er dabei von einem Initiativkreis, dem neben Wetzel weitere drei Mitglieder angehören. Zusammen steuert die Vierer- Gruppe die strategische Ausrichtung des Formats. Die namhafte Rednerliste dient dabei seit vielen Jahren als Türöffner und Garant für weitere gute Vortragsabende, an denen im Schnitt mittlerweile rund 200 Personen teilnehmen. So werden in diesem Jahr Jürgen Otto (CEO Heidelberger Druckmaschinen AG) und im Oktober Michael und Nicolas Lindner (Börlind Naturkosmetik) zunächst auf der Bühne und später bei Maultaschen und Wein mitten unter den Besucherinnen und Besuchern stehen.

Ramona Deeg www.muehlacker-tagblatt.de

• Durch die „Sternenfelser Gespräche“ wird persönliche Begegnung und vertrauensvoller Austausch zwischen lokalen Akteuren geschaffen – und so über Jahre hinweg eine loyale Community rund um das Mühlacker Tagblatt aufgebaut • Das Community Building wird durch die Verbindung von hochkarätigen Rednern, regionaler Verankerung und informellem Netzwerken vor Ort gestärkt – und der Verlag als zentraler Knotenpunkt für Dialog, Austausch und Beziehungen positioniert • Es werden nachhaltige Bindungseffekte durch kostenfreie Teilnahme, starke Partnerschaften und wiederkehrende Events erzeugt – und gleichzeitig die Loyalty gesteigert, indem das Medium als integraler Bestandteil der regionalen Gemeinschaft und ihres Netzwerks wahrgenommen wird

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