COMMUNITY- & LOYALTY-TRENDS

von Darius Niroumand, Dr. Philipp Freitag und Falk Miekley, Forte Digital

Digitale Versorgung verbessert Medizin – doch ihr Erfolg entscheidet sich im Alltag der Menschen

Lokale und regionale Medien genießen ein hohes Vertrauen, gerade wenn es um komplexe gesellschaftliche Veränderungen geht. Auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird für viele Menschen erst greifbar, wenn sie verständlich erklärt und in den Alltag eingeordnet wird. Kann Lokaljournalismus zur entscheidenden Brücke werden – zwischen technologischer Innovation, medizinischer Praxis und den Menschen, die digitale Gesundheitsangebote künftig nutzen sollen?

Ein Gesundheitssystem im digitalen Umbruch Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einer der größten Transformationen seiner Geschichte. Digitale Technologien verändern Diagnostik, Therapie und Prävention. Ein zentrales Element dieser Entwicklung ist die elektronische Patientenakte. Seit Anfang 2025 erhalten rund 74 Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland automatisch eine digitale Patientenakte, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Ziel ist es, medizinische Informationen aus Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken erstmals strukturiert zusammenzuführen.

Große Infrastruktur und zögerliche Nutzung Die Idee dahinter ist einfach: bessere Informationen führen zu besseren Entscheidungen und damit zu besserer Versorgung. Doch die Realität zeigt eine andere Dynamik. Trotz der neuen Infrastruktur wird bislang die elektronische Patientenakte noch nicht flächendeckend genutzt. Die Digitalisierung der Medizin schreitet also voran. Das Verständnis dafür jedoch deutlich langsamer. Vertrauen als Schlüssel der digitalen Medizin Diese Lücke zwischen technischer Innovation und gesellschaftlicher Nutzung ist kein deutsches Phänomen, sie wird jedoch hier besonders sichtbar. Digitale Gesundheitsangebote versprechen effizientere Prozesse, bessere Koordination zwischen Leistungserbringern und mehr Transparenz für

Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig entstehen neue Fragen: Wer hat Zugriff auf meine Gesundheitsdaten? Wie sicher sind digitale Systeme? Welche Informationen sind verlässlich? Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob neue Technologien Vertrauen gewinnen – oder Skepsis erzeugen.

Gesundheitsinformation wird zur zentralen Ressource Damit rückt ein Faktor stärker in den Mittelpunkt, der in der gesundheitspolitischen Debatte lange unterschätzt wurde: verständliche Gesundheitsinformation. Laut OECD sucht inzwischen mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland regelmäßig online nach Informationen zu Gesundheitsthemen. Dabei sind meistens die Bedenken bzgl. Datenschutz nicht relevant, weil vor allem Angebote großer Technologiekonzerne für die Beschaffung der Gesundheitsinformationen genutzt wird. Warum Medien für die digitale Gesundheitsversorgung entscheidend sind Technologie kann Infrastruktur schaffen. Medizin kann neue Behandlungsmöglichkeiten entwickeln. Politik kann regulatorische Rahmenbedingungen setzen. Doch die Vermittlung komplexer Gesundheitsfragen an die Öffentlichkeit folgt eigenen Regeln. Hier spielen Medien eine zentrale Rolle.

Die besondere Rolle regionaler Berichterstattung Gerade lokale und regionale Medien genießen in vielen Bereichen weiterhin ein hohes Maß an Vertrauen. Wer über kommunale Entscheidungen, lokale Initiativen oder das gesellschaftliche Leben einer Region berichtet, erreicht Leserinnen und Leser oft unmittelbarer als nationale Informationskampagnen. Diese Nähe kann auch bei Gesundheitsthemen entscheidend sein. Eine Reportage über die Digitali-

sierung einer örtlichen Arztpraxis, ein Interview mit regionalen Ärztinnen und Ärzten zur elektronischen Patientenakte oder eine verständliche Erklärung neuer digitaler Versorgungsangebote schaffen Orientierung in einem zunehmend komplexen Gesundheitssystem.

Innovation braucht Verständnis Denn digitale Innovation allein verändert noch keine Versorgung. Erst wenn Menschen verstehen, welche Möglichkeiten neue Technologien bieten und wie sie diese nutzen können, entfalten sie ihre Wirkung.

Eine gemeinsame Aufgabe für Medizin, Politik und Medien Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird daher nicht nur eine technologische Aufgabe bleiben. Sie ist auch eine kommunikative und gesellschaftliche Herausforderung. Medizin, Politik, Medien und innovative Unternehmen verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: bessere Versorgung für die Menschen. Wenn Wissen geteilt, Erfahrungen ausgetauscht und Informationen verständlich vermittelt werden, entsteht Vertrauen. Die Chance der kommenden Jahre Gerade in dieser Zusammenarbeit liegt die große Chance der kommenden Jahre. Denn je besser es gelingt, Innovation, Information und gesellschaftlichen Dialog zusammenzubringen, desto stärker kann digitale Medizin ihr Potenzial entfalten – für eine moderne, zugängliche und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.

Geschäftsführung von Flying Health: Darius Niroumand, Dr. Philipp Freitag und Falk Miekley (v.l.n.r.)

Darius Niroumand (Forte und Flying Health) und Dr. Philipp Freitag (Flying Health). Seit 2025 arbeitet Flying Health als Expertenteam für das Gesundheitswesen gemeinsam mit dem Wort und Bild Verlag und dem Digitalunternehmen Forte in einer strategischen Partnerschaft: Gesundheitsexpertise, Journalismus und technologischer Fortschritt unter einem Dach: Ein konkretes Beispiel dafür, dass die drängenden Fragen unserer Zeit nur gemeinsam gelöst werden können.

www.fortedigital.com

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Bildunterschriften

Quellen: • Bundesministerium für Gesundheit (2024): Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege – Fortschreibung 2024 • OECD (2025): Germany: Country Health Profile 2025 – State of Health in the EU • Kassenärztliche Bundesvereinigung / gematik Informationen zur elektronischen Patientenakte