von René Bosch, beatsquares
100 Prozent Faktentreue trotz KI
Hyperlokale Communities durch Automatisierung: Ein neues Modell für Lokalverlage.
Sucht man nach „Buzzwords“ im Lokaljournalismus, Hyperlokal und KI wären ganz vorne mit dabei. Hochgelobt in Sonntagsreden, im Redaktionsalltag aber oft ebenso schwer umsetzbar. Ein Beispiel der Süddeutschen Zeitung zeigt aber, dass die Kombination es in sich hat: 10.000 Abonnentinnen und Abonnenten sammelte die Redaktion seit Oktober 2025 in acht hyperlokalen WhatsApp-Kanälen. Vorbereitet in einer KI-Infrastruktur, überprüft von der Redaktion. Mit weniger als 45 Minuten Arbeit pro Tag.
Zusammen mit BeatSquares, einem Anbieter für KI-gestützte Journalismus-Lösungen, startete die SZ für jede Gemeinde um München einen Kanal. Das Ziel: Hochwertigen Lokaljournalismus so niedrigschwellig wie möglich erreichbar machen.
Die Herausforderungen waren groß: Da jeder Kanal für sich ein kleines Publikum hat, durfte der Aufwand nicht mehr als einige Minuten pro Tag betragen. Auch die Inhalte waren in manchen Gebieten knapp. Und der hohe Qualitätsanspruch blieb natürlich. Die Lösung: Eine KI-Plattform übernimmt den Großteil der Aufgaben und übergibt bereits fertig bestückte Channel an die Redaktion. Diese entscheidet dann, was es wirklich bis zu den Leserinnen und Lesern schafft.
Das erste Wort hat die KI, das letzte die Redaktion
Die umgesetzten Channel sind dabei mehr als eine Rückschau, sie sind ein Marktplatz der Neuigkeiten: Den Kern bildet die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten. Erweitert werden sie durch Inhalte aus örtlichen Quellen: Veranstalter, die Führungen oder Kleinkunstabende ankündigen. Rathäuser, die Verkehrsinformationen oder Wissenswertes über die Gemeinde beisteuern. Vereine, die über Aktionen und Sportveranstaltungen informieren.
So kommen pro Gemeinde bis zu 30 Meldungen pro Tag zusammen, die automatisch importiert werden. Ein KI-Kuratierungs-Agent wählt daraus bis zu fünf passende aus und stellt den Redakteuren bereits fertige WhatsApp-Nachrichten zur Verfügung. Die Redaktion entscheidet dann, was es endgültig zum Leser schafft, spart sich aber viel manuellen Aufwand: Kein Suchen nach Meldungen aus verschiedenen Quellen, kein Umformulieren für WhatsApp, kein Einfügen von passenden Bildern oder Links. So ist die Bespielung von acht Kanälen in unter 45 Minuten täglich möglich.
Neue Möglichkeiten sowohl für Leser- als auch Werbemarkt
Das Ergebnis vereint lokale Information, redaktionelle Kontrolle und Automatisierung und schafft es so, auch kleinere Gemeinden mit hochwertigen Inhalten zu erreichen. Aus wirtschaftlicher Sicht bietet das nicht nur dem Lesermarkt eine gute Möglichkeit: Durch „Sponsored Posts“ können beispielsweise lokale Events direkt beworben werden. Größere Werbetreibende wie Sparkassen, Autohäuser oder Immobilienmakler können als Premium- Partner für eigene Themengebiete gewonnen werden. Dass sie das gewünschte Publikum erreichen, ist schon durch die inhaltliche und örtliche Ausrichtung sicher.
Und was ist mit der Faktentreue? „Eine hundertprozentige Genauigkeit gibt es bei KI-Modellen leider nie, allgemein zugängliche Systeme liegen sogar sehr weit davon entfernt“, erklärt René Bosch, Geschäftsführer und Gründer von BeatSquares. Ein eigens entwickelter Prozess, der die Inhalte nach der Generierung nochmal eingehend prüfe, mache BeatSquares hier wesentlich stabiler. „Was nicht genau so im Artikel steht, fliegt raus“, erklärt Bosch. Denn am Ende zähle bei allen Kanälen auch weiterhin: „Wir berichten, was ist. Nicht, was die KI gerne so hätte.“
René Bosch, Co-Founder / CEO beatsquares rene@beatsquares.com www.beatsquares.com
